Für Viel-Leser und Büchersammler, für Urlauber und diejenigen, die sich nicht merken können, wie ihr Staubsauger heißt: 5 neue Tipps für alle, die Evernote privat nutzen. 

Im Berufsleben nutze ich Evernote sehr intensiv für verschiedenste Aufgaben (siehe Blogposts bei Journalisten-tools.de), aber auch im privaten Bereich ist Evernote sehr nützlich. Im ersten Teil habe ich schon gezeigt, wie man mit Evernote beispielsweise Einkaufszettel führen und synchronisieren kann, wie man eine Rezeptesammlung anlegt, Bedienungsanleitungen auch nach Jahren noch wiederfindet oder To-Do-Listen führen kann. In diesem Blogpost möchte ich fünf weitere Ideen vorstellen, wie Evernote einem das Leben auch zu Hause etwas einfacher machen kann. Hier sind sie:

1. Zeitschriftenartikel archivieren
Ich erinnere mich an die Zeiten, in denen ich Stapel von Zeitungen in Schränken hatte, weil ich mir bei jeder Ausgabe dachte: Da sind interessante Artikel drin, die Du später noch einmal nutzen kannst. Geht Ihnen das auch so? Vergessen Sie es! Sie werden sich in drei Tagen schon nicht mehr daran erinnern, welcher Artikel in welcher Ausgabe welcher Zeitschrift für Sie interessant gewesen ist – geschweige denn werden Sie sich daran erinnern, dass Sie überhaupt einen Artikel zu einem Thema haben, wenn Sie sich dann mit dem Thema beschäftigen, in, sagen wir, drei Jahren. Bevor Sie jetzt anfangen, ein Register zu führen, habe ich eine andere Idee, die Ihnen auch noch hilft, den Papierberg bei Ihnen in der Wohnung zu reduzieren: Schmeißen Sie die gelesene Ausgabe der Zeitschrift guten Gewissens ins Altpapier, aber reißen Sie vorher die Seiten heraus, die vielleicht noch einmal interessant sein können. Und dann: Archivieren Sie diese Artikel in Evernote.

Das geht entweder, indem Sie die Seiten auf einen Flachbettscanner legen und scannen oder, wenn Sie ein Smartphone besitzen, auch mit der Dokumentenkamera-Funktion der Evernote-App. Der Flachbettscanner ist die denkbar einfache Lösung: Die meisten Modelle besitzen kleine Funktionstasten an der Vorderseite, die Sie mit dem entsprechenden Programm des Scanner-Herstellers mit bestimmten Funktionen belegen können. Belegen Sie eine dieser Tasten mit der Funktion „Scannen in schwarz-weiß mit 300 dpi Auflösung, in ein PDF konvertieren und dann an Evernote senden“. In den meisten Fällen können Sie sich diesen Ablauf mit ein paar Mausklicks in einem Menü zusammenstellen. Und fortan können Sie mit nur einem Tastendruck den Artikel scannen (geht auch bei mehreren Seiten) und automatisch wird eine neue Notiz in Evernote erstellt.

So funktioniert die Evernote-Dokumentenkamera: Links ein Foto mit der normalen Foto-App des iPhones, rechts ein Schnappschuss mit der Dokumentenkamera. Wo links die Rückseite durchscheint, ist rechts der Kontrast optimiert und der Text klarer lesbar.

So funktioniert die Evernote-Dokumentenkamera: Links ein Foto mit der normalen Foto-App des iPhones, rechts ein Schnappschuss mit der Dokumentenkamera. Wo links die Rückseite durchscheint, ist rechts der Kontrast optimiert und der Text klarer lesbar.

Mit der Dokumentenkamera-Funktion der Evernote-Apps auf den Smartphones (gibt es kostenlos für jedes handelsübliche Smartphone-Betriebssystem) geht das ähnlich einfach: In der App eine neue Notiz anlegen, das Kamerasymbol drücken, auf „Dokument“ umstellen und dann Seite für Seite abfotografieren. Die Dokumentenkamera-Funktion nimmt dann nicht nur das Foto direkt in die Notiz auf, sondern erhöht den Kontrast des Bildes, schneidet unnötige Ränder ab und begradigt den Ausschnitt. Sie erhalten sehr gut lesbare Dokumentenbilder.

Der Clou bei Evernote ist ja, dass diese Bilder nun durchsucht werden können – Sie werden also nach wenigen Minuten (die Evernote für die Indexierung braucht) Suchwörter auch in den gescannten oder abfotografierten Texten suchen und finden können. Probieren Sie es aus!

Als ich diese Funktion entdeckt hatte, waren die Tage der Papierstapel bei mir vorbei. Mein Zeitschriftenarchiv ist jetzt größtenteils digital und im Volltext durchsuchbar.

2. Büchersammlung durchsuchbar machen
Papier steht bei mir aber auch in den vielen Bücherregalen – gebunden oder als Taschenbuch. Bei Ihnen auch? Wenn Sie manchmal ein Buch suchen und nicht mehr wissen, in welchem Regal Sie es aufbewahren, kann Evernote eine Hilfe sein. Fotografieren Sie nach und nach Ihre Bücherregale, Fach für Fach, und speisen Sie diese Fotos als Fotonotizen in Evernote ein. Die Aufnahmen müssen so scharf und detailliert sein, dass man die Titel auf den Buchrücken lesen kann. Denn: Wenn Sie das können, kann Evernote das auch. Wenn Sie jetzt ein Buch suchen, tippen Sie den Titel oder auch nur ein Fragment daraus in die Suche ein – Evernote wird Ihnen das richtige Bild heraussuchen und Sie (hoffentlich) wissen, welches Regal das ist. Evernote kann die Buchtitel auch problemlos lesen, wenn die Bücher im Regal stehen und der Text senkrecht verläuft.

Evernote findet Text in Bildern – auch wenn er hochkant steht. Hier eine Suche nach dem Wort “Informationsfreiheitsgesetz”.

Evernote findet Text in Bildern – auch wenn er hochkant steht. Hier eine Suche nach dem Wort “Informationsfreiheitsgesetz”.

3. Staubsaugerbeutel, Druckerpatronen, Glühbirnen
Wissen Sie, wenn Sie im Supermarkt vor einem Regal von Packungen mit Staubsaugerbeuteln stehen, welchen Typ genau Sie kaufen müssen? Wissen Sie, welche Fassungsgröße ihre Nachttischlampe neben dem Bett hat, wenn Sie im Elektromarkt eine neue Birne kaufen? Und wissen Sie, welche Typenbezeichnung die Tintenpatrone trägt, die in Ihren Drucker muss? Ich weiß sowas nicht, weil das Dinge sind, die ich nur selten kaufen muss. Deshalb habe ich diese Gegenstände – möglichst samt Verpackung – fotografiert und in Evernote abgelegt. Ein aussagekräftiger Titel dazu reicht – und ich finde die Notiz mit den Staubsaugerbeuteln sofort wieder. Wenn Empfang ist, auch auf dem Smartphone im Supermarkt.

4. Packlisten für Reisen bereithalten
Vorfreude ist die schönste Freude, gerade, wenn man sich auf einen Urlaub freuen darf. Führen Sie Ihre Packliste für die Reise am besten in Evernote. Dann haben Sie sie nicht nur stets zur Hand, wenn Ihnen etwas einfällt, das in den Koffer soll und das Sie sicherlich vergessen würden, wenn Sie am Vorabend der Abreise in Hektik erst den Koffer und dann die Sachen zusammensuchen. Sondern Sie können Sie auch über die Teilen-Funktionalität von Evernote mit anderen Familienmitgliedern gemeinsam führen oder ihre Zusammenstellungen der mitzunehmenden Ausrüstung und Unterlagen, beispielsweise bei Vereins- oder Studienreisen, den Mitreisenden zur Verfügung stellen. Evernote bietet dafür in allen Apps die „Freigeben“-Funktion an.

5. Geschenkideen sammeln und Wunschlisten führen
Wenn es drauf ankommt, fällt einem meist nichts ein: Ein Geburtstag steht an oder Weihnachten vor der Tür – und dann fehlen die Geschenkideen. Dabei hatte man doch neulich noch etwas Schönes gesehen oder eine gute Idee gehabt… Damit solche Ideen nicht mehr verloren gehen, empfehlen sich Evernote-Notizen, die mit einem entsprechenden Schlagwort versehen werden. Also bspw. „geschenkidee“ oder „weihnachtsgeschenk“. Eine Suche nach diesem Stichwort liefert dann blitzschnell die übers Jahr gesammelten Ideen – beispielsweise als Fotos oder auch Sprachnotizen, wenn keine Zeit fürs Tippen war. Dasselbe System eignet sich auch für die eigenen Wünsche – denn wenn ich nach einem Geburtstagswunsch gefragt werde, fällt mir meistens spontan nichts ein. Eine Sammlung von Evernote-Notizen mit dem Tag „wunschzettel“ hilft hier auch sofort.

Haben Sie weitere Tipps für die Nutzung von Evernote außerhalb des Berufs? Ich freue mich über eine Mail an oliver.havlat (at) gmail.com