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"Die Bucht"

Bericht aus dem blutroten Meer vor Taiji

Der Oscar-prämierte Dokumentarfilm "Die Bucht" zeigt die brutale Schlachtung tausender Delfine in Japan. Ab heute ist die DVD erhältlich. Wir haben den Delfinschützer Richard O'Barry interviewt.

Erschienen am 10. März 2010

Regelmäßig färbt sich das Wasser der Bucht vor der kleinen japanischen Hafenstadt Taiji rot: immer dann, wenn die Fischer des Örtchens mit ihren Booten auslaufen, um Delfine zu fangen. Sie treiben die extrem geräuschempfindlichen Tiere mit den dröhnenden Motorbooten zusammen und in die Bucht, um sie dann auszusortieren: Die Tiere, die stattlich und gesund genug sind für die Delfin-Shows in Freizeitparks, werden verkauft. Sie bringen den Fischern bis zu 150.000 US-Dollar pro Stück. Die anderen – werden brutal abgeschlachtet. Ihr Fleisch wird auf den lokalen Märkten verkauft oder sogar den örtlichen Schulen als Mittagessen für die Kinder geliefert. Dass es meist hochgradig Quecksilber-verseucht ist, interessiert nicht.

Die alljährliche Delfinjagd, die den Tod für stets mehr als 20.000 Delfine bedeutet, und ihre Folgen war bisher eines der bestgehüteten Geheimnisse der idyllischen Touristenstädtchens Taiji. Bis der Fotograf, Filmemacher und Tierschützer Louie Psihoyos die aufrüttelnde Dokumentation „Die Bucht“ (The Cove) drehte.

Gefilmt mit Spionageausrüstung

Psihoyos stellte ein Team von Experten zusammen, die unter Lebensgefahr in nächtlichen Einsätzen Unterwassermikrofone und Wärmebildkameras in der Buch installierten, um das grausame Treiben dokumentieren zu können. Mit einem Luftschiff, einem Mini-Helikopter und mit teurer Spionage-Ausrüstung rückten die Tierschützer den Fischern zu Leibe. Darüber hinaus berichtet der Film über das bizarre Spiel der Korruption in der internationalen Walfang-Kommission, in der Japan sich die Zustimmung kleiner Entwicklungsländer kauft.

Protagonist des Films ist Ric O’Barry, der in den 70-er Jahren als Trainer der "Flipper"-Delfine bekannt wurde. Nicht zuletzt durch die Fernsehserie entstand der Mythos des fröhlichen und stets "lächelnden" Delfins – ein Missverständnis, wie O’Barry heute weiß. Seit fast 40 Jahren setzt er sich deshalb für die Freiheit der Delfine ein. Zuletzt, indem er Louie Psihoyos auf den kleinen Ort Taiji aufmerksam machte.

"Die Bucht" ist in der Nacht zum Montag mit dem Oscar für den besten Dokumentarfilm ausgezeichnet worden und ab heute als DVD und BluRay-Disc auch in Deutschland verfügbar.

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